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Made in Japan: das 100-Milliarden-Projekt mit RFID

chips japan Dass der Einsatz von RFID-Technologie zu Kostensenkungen in Wirtschaftsunternehmen führt, ist bekannt. Dass RFID in fast allen Bereichen von Handel und Industrie für einen nahezu fehlerfreien Datenaustausch und der Optimierung von Lagerwirtschaft, Inventuren, Warenverfügbarkeit, Rückverfolgbarkeit, Bestandskontrolle u.v.m. steht, ist nachweisbar. Und dass einer der großen Vorteile dieser Technologie darin liegt, alle Prozesse in Echtzeit ablaufen zu lassen und somit ihre jederzeitige Kontrolle ermöglicht, ist unumstritten.

syspro hat die immensen Potentiale des Allrounders RFID schon Anfang der 2000er erkannt, Systeme dazu entwickelt, in viele Kundenprojekte integriert und sich seither einen Namen als RFID-Spezialist gemacht: unsere Lösungen reichen vom mobilen Asset-Management über Predictive Maintenance bis hin zu kompletten No-Line-Commerce-Konzepten für den Retail.

So überrascht uns die Meldung, dass die japanische Wirtschaft den Einzelhandel verstärkt mit RFID-Etiketten ausrüsten will, nicht wirklich. Was allerdings erstaunt, ist die Dimension des Vorhabens: so sollen bis 2025 jährlich ca. 100 Milliarden Produkte ausgezeichnet werden, was eine enorme Herausforderung und Kraftanstrengung für Produzenten und Handelsunternehmen darstellt.

Initiiert wurde das Projekt vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) gemeinsam mit fünf der größten japanischen Betreiber von Convenience-Store- Ketten wie Seven-Eleven Japan Co., FamilyMart Co., Ltd., Lawson, Inc., Ministop Co., Ltd. und JR East Retail Net Co., Ltd. Diese Convenience Stores, in Japan unter der Bezeichnung „Konbinis“ bekannt, sind dicht vernetzte 24/7 Supermärkte, die neben Artikel des täglichen Bedarfs auch diverse Dienstleistungen z.B. für Post- Transport- und Bankwesen anbieten. Sie stellen in Japan einen der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren des Landes dar: 2015 hatte die Branche einen Umsatz von ca. zehn Milliarden Yen.

Hintergrund des Vorhabens ist das Bestreben, gravierende Probleme im japanischen Einzelhandel zu lösen, die einerseits durch rückläufige Geburtenraten bedingten Arbeitskräftemangel und dem Anstieg der Arbeitskosten und andererseits durch Verluste in der Lieferkette oder hohe Rückgabequoten entstehen.

Erwartet wird, dass die Verwendung der elektronischen Tags eine Einzelpostenüberwachung für jedes Produkt möglich macht und ihre Einbindung in die jeweilige Unternehmenssoftware eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf den Einzelhandel haben wird, wie z.B. die Beschleunigung der Arbeit an den Registrierkassen, Produktkontrollen, die Verhinderung von Ladendiebstahl durch EAS-Gates und die Reduzierung von Lebensmittelverlusten durch eine effizientere Verwaltung der Ablaufdaten. Die Unternehmen sollten ab 2018 mit der Einführung von elektronischen Etiketten beginnen, indem sie diese an Produkten in ihren Convenience Stores anbringen, um eine individuelle Artikelüberwachung zu erreichen.

Weiterhin ist vorgesehen, im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Regierung, Industrie und Technologieträgern den Einsatz der RFID-Etiketten nicht nur auf den Convenience-Bereich zu beschränken, sondern auch in einer Vielzahl anderer Geschäftsmodelle einzusetzen und mit einem effizienten RFID-Management immer anspruchsvollere Vertriebssysteme zu realisieren. So hat METI erst kürzlich die Initiative angekündigt, die Produktverfolgung auch in den Drogerien des ganzen Landes einzuführen.
Mehr Infos unter: http://www.meti.go.jp/english/press/2017/0418_003.html