14.05.2020

tinesw

Abschied von Tine

Es war vorauszusehen und gestern ist es nun geschehen. Christiane "Tine" Römer, unsere Marketing-Chefin, ist in den frühen Morgenstunden des 10. Mai 2020 gestorben – trotz Ihrer schweren Krankheit ruhig und weitgehend ohne Schmerzen.

Mir fällt es schwer meine Gefühle zu fassen. Sie war eine langjährige Mitarbeiterin, Begleiterin und gute Freundin.
Wenn ich sie erinnere, dann als herzensgute, ehrliche und lebenslustige Optimistin, die nicht aufgab, egal wie schwierig die Zeiten waren. Ob privat oder auf der Arbeit, sie ließ sich nicht unterkriegen.

Wir hatten schon vor syspro in Unternehmen zusammengearbeitet und uns kennen und schätzen gelernt. Als sie dann bei der syspro 2009 anfing, war die Situation nach der Wirtschafts- und Finanzkrise auch nicht einfach. Mit ihrer Arbeit hat sie mitgeholfen, die syspro zu entwickeln, obwohl oder vielleicht gerade weil sie technisch nicht so bewandert war, denn sie hatte ja Kulturwissenschaft studiert.

Mit ihrem Einfühlungsvermögen hat sie sich in unsere Materie eingewühlt, nachgefragt, bis sie es verstanden und aus der, von uns Ingenieuren trocken servierten, Materie einen verständlichen, interessanten Beitrag verfasst hat. Ihre künstlerischen Fähigkeiten taten gut.

Ob es nun Messen oder syspro-Feste waren, die Gestaltung der Internetseite oder unsere Magazine, sie organisierte und prägte damit unseren Auftritt nach außen, ja, sie prägte uns. Sie hat auch ihre Technikscheu überwunden und sich in den sozialen Medien getummelt. Für unser syspro Magazin hat sie Liam als Model entdeckt und gegen anfänglichen Widerstand durchgesetzt.

Sie war ein wunderbarer Mensch, natürlich mit Schwächen, wie jeder von uns. Mit ihrer Ehrlichkeit konnte sie andere entwaffnen, konnte resolut für Ihre Ideen kämpfen und war trotzdem für Ideen anderer offen. Und so war es sowohl beruflich als auch privat sehr schön, sie dabei zu haben.

Zuletzt habe ich sie vor einem knappen Monat gesprochen, als sie schon wusste, dass es keine Chance mehr gab. Ihre Zuversicht hat mich stark beeindruckt und als ich ihr dann Kostproben meiner Gitarrenübungen schickte, freute sie sich und motivierte mich: „Bin gespannt auf die Fortschritte.“ … Auch wenn ich sie Dir nicht mehr vorspielen kann, ja, Tine, ich werde dranbleiben…

Bis zuletzt war sie optimistisch, wenn auch ihr Körper immer schwächer wurde. Ihr starkes Herz hat sie länger am Leben gehalten, als eigentlich erwartet. Sie wollte noch so gerne leben.

Danke, dass es Dich gab.

Harald Dittmar